Asbest erkennen & entsorgen: was vor Baujahr 1993 jeder wissen muss
Wer ein Haus aus den 1960ern bis frühen 1990ern saniert, trifft früher oder später auf ihn: Asbest. Die Faser ist erst seit 1993 in Deutschland verboten und steckt in Millionen Gebäuden — oft unsichtbar. Eines vorweg: Asbest darf in keinen Mietcontainer, auch nicht in unseren. Dieser Ratgeber zeigt, wo das Material typischerweise steckt, wie Sie den Verdacht klären lassen und wie die Entsorgung über den Fachbetrieb abläuft — damit der Rest Ihrer Baustelle danach ganz normal in den Bauschutt- oder Baumisch-Container kann.
Typische Fundorte: hier steckt Asbest am häufigsten
| Bauteil | Typische Jahre | Woran erkennbar |
|---|---|---|
| Wellplatten & Fassadenplatten (Asbestzement, „Eternit“) | 1960–1990 | Grau, brüchig, oft bemoost; Wellprofil auf Garagen/Schuppen |
| Flexplatten & Cushion-Vinyl (Bodenbelag) + schwarzer Kleber | 1955–1985 | Kleinformatige, harte Platten (~25×25 cm), oft unter Teppich/PVC versteckt |
| Nachtspeicheröfen | 1960–1980 | Typbezeichnung prüfen (Herstellerlisten), nie selbst öffnen |
| Rohrisolierungen, Dichtschnüre, Leichtbauplatten | bis 1993 | Weiß-graue, faserige Ummantelung im Keller/Heizraum |
| Fensterkitt, Fliesenkleber-Altbestände, Putze | bis 1993 | Nur per Laborprobe erkennbar |
Mit bloßem Auge ist keine sichere Diagnose möglich. Klarheit bringt nur die Materialprobe im Labor (rund 30–80 EUR pro Probe, Ergebnis in wenigen Tagen). Wichtig bei der Probenahme: Material anfeuchten, nicht brechen oder schleifen, Probe doppelt eintüten — oder gleich den Probenehmer kommen lassen.
Die drei eisernen Regeln
1. Nie bearbeiten. Fest gebundener Asbest (Zementplatten) ist im Ruhezustand relativ harmlos — gefährlich wird er beim Brechen, Bohren, Sägen, Schleifen oder unter dem Hochdruckreiniger. Genau dann werden lungengängige Fasern frei.
2. Fachbetrieb beauftragen. Ausbau und Entsorgung gehören in die Hände eines Betriebs mit TRGS-519-Sachkunde: Der arbeitet mit Schutzausrüstung, staubarmen Verfahren und verpackt das Material in gekennzeichnete Big Bags bzw. Plattensäcke für die zugelassene Deponie-Annahmestelle (Abfallschlüssel 17 06 05*).
3. Nie in den Container. Asbest in einem Bauschutt- oder Baumisch-Container gefährdet Fahrer und Sortierpersonal, führt zur Abnahme-Verweigerung der ganzen Ladung und kann Bußgelder nach Kreislaufwirtschaftsgesetz nach sich ziehen — Details im Ratgeber „Was darf nicht in den Container?“. Gleiches Prinzip gilt übrigens für alte Mineralwolle (KMF) und teerhaltige Dachpappe.
Und danach? So geht die Baustelle weiter
Die gute Nachricht: Nach der Fachbetrieb-Sanierung ist der Rest ganz normaler Rückbau. Entkernte Wände, Fliesen, Estrich und Ziegel gehen als Bauschutt ab 149 EUR, gemischte Renovierungsabfälle als Baumisch ab 239 EUR, Balken und Dielen als Altholz. Container für alle freigegebenen Fraktionen gibt es in 2 Minuten auf containerpreis24.de — im gesamten Rhein-Main-Gebiet mit 24h-Lieferung.
Häufige Fragen
Darf Asbest in einen Mietcontainer?
Nein, niemals — in keinen Bauschutt-, Baumisch- oder Sperrmüll-Container. Asbest ist gefährlicher Abfall und wird ausschließlich verpackt (Big Bags oder Plattensäcke) über zugelassene Annahmestellen entsorgt. Bei Verstößen drohen Bußgelder nach Kreislaufwirtschaftsgesetz.
Ab welchem Baujahr ist ein Haus asbestfrei?
In Deutschland ist Asbest seit 1993 verboten. Gebäude ab Baujahr 1994 gelten als unkritisch, Baujahre bis in die frühen 1990er als Verdachtsfälle — vor allem die Baujahre 1960 bis 1985. Sicherheit gibt nur eine Materialprobe im Labor (rund 30 bis 80 EUR pro Probe).
Wo steckt Asbest am häufigsten?
Klassiker sind Wellplatten und Fassadenplatten aus Asbestzement (Eternit), Dachschindeln, Blumenkästen, Nachtspeicheröfen, alte Flexplatten-Bodenbeläge samt schwarzem Bitumenkleber, Fensterkitt, Rohrisolierungen und Leichtbauplatten hinter Öfen.
Darf ich fest gebundenen Asbest selbst ausbauen?
Rechtlich ist Privatpersonen allenfalls der Umgang mit unbeschädigtem, fest gebundenem Asbestzement in engen Grenzen möglich — praktisch raten alle Behörden zum Fachbetrieb mit TRGS-519-Sachkunde. Absolut tabu: brechen, bohren, sägen, schleifen oder Hochdruckreiniger. Erst dabei werden die Fasern frei.
Was passiert mit der restlichen Baustelle nach der Asbestsanierung?
Sobald der Fachbetrieb das asbesthaltige Material entfernt und entsorgt hat, ist der übrige Rückbau normaler Abfall: Bauschutt ab 149 EUR, Baumischabfall ab 239 EUR oder Altholz — dafür gibt es dann den regulären Container.
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